Was ist Sozialdemokratie?
Für den Begriff und die Geschichte der Sozialdemokratie gibt es eine Reihe von Definitionen und Interpretationen. Wir haben uns dazu entschlossen, die Geschichtsauffassung der SPÖ Wien zu übernehmen (siehe Geschichte).
In dieser Rubrik sind einige geläufige Definitionen von Sozialdemokratie zu finden, aber im Prinzip muss sich jeder selbst ein Bild von der Bewegung machen.
Sozialdemokratie ist die Bezeichnung für eine internationale politische Bewegung, die für einen demokratischen Staat eintritt, der in der Lage sein sollte, mit sozialen Gesetzen die Auswirkungen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung auf die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung zu lindern.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdemokratie)
Sozialdemokratie, diejenige sozialistische Richtung und Partei, welche für die Klasse der Lohnarbeiter die Herrschaft in einem demokratischen Staat erstrebt, um die sozialistischen Ideen und Forderungen verwirklichen zu können.
(Quelle: Meyers Konversationslexikon)
Sammelbezeichnung für die sich in mehreren Staaten Europas in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts herausbildenden, in der Regel von marxistischen Vorstellungen ausgehenden sozialistischen Parteien, in denen zunächst sozialreformerische und sozialrevolutionäre Bestrebungen und Gruppierungen nebeneinander bestanden. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Sozialdemokratie zum Sammelbegriff für die sozialreformerischen, das parlamentarische System anerkennenden und mittragenden Parteien der Arbeiterbewegung.
(Quelle: http://www.wissen.de)
Sozialdemokratie ist die evolutionäre, "gesetzliche", sozialreformerische Richtung der Arbeiterbewegung.
(Quelle: Die roten Falken)
Politische Organisation der europäischen Arbeiterbewegung auf marxistischer Grundlage. Sie erstrebt eine Umgestaltung der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse mit demokratischen Mittel unter Verzicht auf revolutionäre Maßnahmen.
(Quelle: Bertelsmann Volkslexikon 1965)
(Anmerkung: Nach unserer Auffassung sind Maßnahmen wie z.B. der soziale Wohnbau durchaus als revolutionär zu betrachten. Hier ist aber anscheinend mit dem Wörtchen "revolutionär" etwas anderes gemeint.)
Politische Richtung, die im Gegensatz zum Kommunismus die Grundsätze des Sozialismus mit demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien zu vereinen sucht.
(Quelle: Neues Universallexikon 1980)
(Anmerkung der Redaktion: Unserer Ansicht nach ist diese Definition schlichtweg falsch. Denn sowohl der Kommunismus und schon gar nicht der Sozialismus stehen im Widerspruch zur Rechtsstaatlichkeit. Es gibt sogar rechtsstaatliche Diktaturen. Richtigerweise könnte man es wie folgt definieren: "Politische Richtung, die im Gegensatz zum Kommunismus die Grundsätze des Sozialismus mit demokratischen [...] Prinzipien zu vereinen sucht.")
Die Übernahme der positiven Errungenschaften der bürgerlichen Demokratie, gleichzeitig aber ihre Erweiterung auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, also nicht weniger, sondern mehr Freiheit, als der liberalste Kapitalismus zu gewähren vermag.
(Quelle: Josef Hindels: Warum sind wir Sozialisten (herausgegeben von der sozialistischen Jugend))
Die Sozialdemokratie vereinigt also alle, die an dem Klassenkampf der Arbeiterklasse und der um sie gescharten Volksklassen teilnehmen wollen, ohne Unterschied ihrer religiösen Überzeugung.
(Quelle: Aus dem Linzer Parteiprogramm der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs, 1926)
(Anmerkung der Redaktion: Aus der Stelle des Linzer Programms, die sich mit der Beziehung zw. Sozialdemokratie und Kirche bzw. Glauben auseinandersetzt)
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